Direkt zum Hauptbereich

das liebe

"nichts bedeutet irgendetwas! deshalb lohnt es sich nicht, irgendetwas zu tun! das habe ich gerade herausgefunden." (pierre anthon in janne tellers geschichte: nichts. was im leben wichtig ist.)

wenn das stimmte, wäre dann nicht jeder atemzug zuviel, jeder gedanke unnütz und jedes ziel, jeder traum und jedes ideal nichtig? wofür lohnt es sich dann, zu leben, wenn alles bedeutungslos ist? doch pierre anthon bringt sich nicht um. er setzt sich auf den pflaumenbaum und bespuckt seine klassenkameraden mit mit worten und kernen. 

was würde ich tun? was würde ich pierre anthon antworten? wie würde ich reagieren, wenn jemand aus dem lebenkonzept, das uns zuvor gemeinsam war, aussteigt und geht? -

hinterherwinken und lächeln? "mach´s gut, pierre, schreib mal ´ne karte!"
sitzen und schweigen?
aufstehen und gehen? ihn zurückholen? ihm eine trachtprügel verpassen? 

ich würde mich fragen: "hat er recht? und wenn er recht hätte, warum tue ich dann noch das, was ich tue? was bedeutet es eigentlich bedeutung zu haben?" 

wenn etwas mir etwas bedeutet, dann hat sein da-sein für mich relevanz. ein warmer tee bedeutet mir etwas, wenn mir kalt ist. es ist wie mit rosen und prinzen. 

oder irrt sich doch pierre anthon selbst? vieles hat bedeutung. zu vieles. und sein "nichts bedeutet irgendetwas!" ist nichts als der wunsch, dass nichts bedeutung haben sollte, weil das leben dann weniger verworren, weniger angsterfüllt wäre, das für mich bedeutungsvolle zu verlieren. 

nein! dann irrte pierre anthon nicht, sondern er wäre der rufer in der wüste, der prophet, der nichts gilt im eigenen land. und obwohl er ebendas wäre, bestände mein irrtum darin, ihm blindlings recht zu geben. vieles bedeutet irgendetwas, aber nichts verleiht bedeutung.

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Leben, das gelingt

  Das wünsche ich mir:   Leben, das gelingt, in dem ich nicht permanent weniger schaffe, als ich mir vornehme.  Ich habe einen Job, den ich vermutlich behalten könnte, bis ich alt und grau wäre. Was für ein Privileg heutzutage! Aber ich schaffe es nicht. Ich pack´s nicht. Ich habe das Gefühl, ständig absagen zu müssen. Familie. Freunden. Jugendlichen bei der Arbeit. Kollegen. Arbeitgebern. Früher habe ich mir etwas auf meine Zuverlässigkeit eingebildet, hatte die arrogante Vorstellung, nur wer verbindlich durchzieht, was er/sie zugesagt hat, sei ein guter Mensch. Mich schüttelt es, wenn ich mir heute vorstelle, auf Basis dieser Weltanschauung Streitgespräche geführt zu haben. Irgendwie ist es gut, dass das Leben mich auf diese Weise jetzt fragt, ob ich das immer noch so denke oder jemals ernst gemeint haben könne.  Hat das also was mit gerechter Strafe zu tun? (Ich hab´s wohl so verdient...)  Oder einfach mit dem, was meine Seele lernen will? >...

Liedpredigt zu "Nichts ohne Grund" von Gregor Meyle im impuls:-Gottesdienst 03.09.2016

Die Gnade unseres Gottes ist mit euch allen!   „ Wir haben 100 Leute gefragt..., welche Frage stellt sich wohl jeder Mensch (egal, wo er herkommt, egal welchen Bildungsstand er hat und egal wie arm oder reich er ist), mindestens 1x in seinem Leben?“ Was glaubt Ihr, käme bei so einer Umfrage auf die ersten 5 Plätze? Ihr habt nun 3min Zeit, 5 Fragen aufzuschreiben, von denen Ihr glaubt, dass sie bei so einer Umfrage ganz weit vorne landen würden. (Ich lese meine Fragen vor. Alle die etwas haben, das in diese Richtung geht, heben die Hand.) Warum passiert (mir) das (immer)? Hat das einen Sinn? Wer verdient es, glücklich zu sein? Wie lebe ich richtig? Wo komme ich her? Wo gehe ich hin? Singer-Songwriter sind ja weniger für ihre schmissigen und mitreißenden, weil so flachen Texte bekannt. Und Gregor Meyle scheint da ein guter Vertreter seiner Zunft zu sein. Er hat sich nämlich ausgerechnet eine dieser großen Lebensfragen geschnappt und sich mit diesem Lied an ...

Verantwortung und Schuld

  Verantwortung ist etwas anderes als Schuld. Dennoch fangen viele - mich NICHT an letzter Stelle eingeschlossen - an, wie wild um sich zu schlagen, wenn man sie auf ihre Verantwortung für bestimmte Dinge in ihrem Leben anspricht.  Noch verworrener wird die Sache, wenn Menschen wie ich, die sich für das Glück und das Wohlbefinden der Menschen um sie herum auch noch verantwortlich fühlen, ihrer Wahrnehmung nach scheitern, diese Aufgabe nicht erfüllen, und das mit "schuldig werden" gleich setzen. Ziel verfehlt. Und trotzdem merke ich, dass mir meine Krankheit immer wieder deutlich zeigt: "Lass das bleiben!" Ich wünsche mir doch einen engeren Zusammenhalt in meiner Kernfamilie. Und manchmal frage ich mich, was mit meiner Familie würde, wenn ich nicht als Kleber fungieren würde. Ich will mich da nicht als Opfer sehen, fühle mich da aber auch nicht frei zu entscheiden. Was für Konsequenzen hätte das?  Gott, Du könntest das. Lieben ohne eine Gegenleistung zu ...