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Posts

Es werden Posts vom 2011 angezeigt.

padautz!

der nebel. er hüllt alles ein. mein körper schimpft. alles schimpft über alles. besonders die nebelgraue kälte. wenn ich niese, zieht es mir bis in den steiß. - also ich mag den nebel. ist wie ne plastiktüte über dem kopf nur weniger suizidal. schränkt den blick ein. das ist ganz hilfreich. gemeinhin bin ich wunderbar weitsichtig - in alle richtungen. aber stolpere über meine eigenen füße. eine bifokalbrille mit geschwärzter oberer hälfte wäre auch nicht schlecht. aber der nebel tut´s auch. ich muss dann nicht weitsehen. ich bin hier. ganz jetzt. und versuche mich zu konzentrieren. es ist still. heute keine stimmen. nicht mal summen. das garstige hässliche männlein hat mir heute morgen schon einen besuch abgestattet. das reicht. dieses biest klopft noch nicht einmal an. ich geb nicht viel auf knigge, aber ein bisschen anstand darf schon sein. plötzlich aus dem nichts sitzt es da, füße auf dem tisch mit meinen letzten vorräten aus dem kühlschrank genüsslich speisend. ich frage mich noc...

In Sack und Asche

Die Diskrepanz zwischen der Aussage "Gott ist Liebe!" und unserer Wahrnehmung von Gerichtsrede und eiferndem Gott des AT besteht da, wo ich nicht glaube, dass sich Liebe auch SO artikuliert. Wenn ich davon ausgehe, dass wir Menschen, Ebenbild Gottes sind, dann spiegelt sich in der Vielfalt menschlichen Daseins (in allen Facetten unseres Verhaltens und unserer Emotionen) auch die Vielfalt Gottes wider, Gott liebt mich und will Beziehung mit mir. Und wenn ich weiß, dass ein böses Wort, ein Streit, Eifersucht kein Beziehungsabbruch bedeuten muss, dann darf nicht nur ich mit meinem Gott zürnen, sondern auch Gott mit mir. Das Problem bei dieser Art mir Gott zu denken ist sicher, dass mein Bedürfnis nach Perfektion enttäuscht wird. Dass ich als Mensch nicht perfekt sein kann, weiß ich, sorgt aber nicht für ein entspanntes Umgehen mit meinen Macken, sondern eine unablässige Unzufriedenheit. Aber dass sogar Gott nicht all unseren Perfektionsansprüchen gerecht wird, das ...

das liebe

"nichts bedeutet irgendetwas! deshalb lohnt es sich nicht, irgendetwas zu tun! das habe ich gerade herausgefunden." (pierre anthon in janne tellers geschichte: nichts. was im leben wichtig ist.) wenn das stimmte, wäre dann nicht jeder atemzug zuviel, jeder gedanke unnütz und jedes ziel, jeder traum und jedes ideal nichtig? wofür lohnt es sich dann, zu leben, wenn alles bedeutungslos ist? doch pierre anthon bringt sich nicht um. er setzt sich auf den pflaumenbaum und bespuckt seine klassenkameraden mit mit worten und kernen.  was würde ich tun? was würde ich pierre anthon antworten? wie würde ich reagieren, wenn jemand aus dem lebenkonzept, das uns zuvor gemeinsam war, aussteigt und geht? - hinterherwinken und lächeln? "mach´s gut, pierre, schreib mal ´ne karte!" sitzen und schweigen? aufstehen und gehen? ihn zurückholen? ihm eine trachtprügel verpassen?  ich würde mich fragen: "hat er recht? und wenn er recht hätte, warum tue ich dann noch ...

am besten wär´s, du gehst

"geh´, bis ich wieder normal bin. bis mit mir wieder gutkirschenessen ist. bis es mit mir wieder auszuhalten ist." wie häufig ich das in letzter zeit denke: "geh´!" oder nein, besser: "ich geh´. denn du hast ja nichts falsch gemacht." ich halt´s kaum aus. halte mich nicht aus. wie soll es da wer anders tun? das kann doch wohl niemand verlangen.  natürlich könnte ich jetzt über einen "kennen wir das nicht alle?"-zug von mir ablenken und hoffen, dass sich am ende keiner mehr an den anfang und die ahnung erinnert, dass es sich bei diesem ICH tatsächlich um MICH handeln könnte. natürlich könnte ich das und vermutlich wäre es klug - klüger. aber ich bin ja nicht klug - und damit ham wa den salat.  ich würde gern so vieles tun. und es gibt ja auch soviel zu tun. ich würde gern schreiben und damit gern mehr verdienen als die 4,95€, die mir der GRIN-verlag alle drei monate überweist.  jetzt mal ehrlich: ist das leben leicht oder schwer? ich glaube ja ...

Alles scheiße?!?

Predigt für Sonntag, Kantate, den 22.05.2011 Text: Mt21,14-17.18-22 Einstieg: Wo bist du das letzte Mal verletzt worden? Wo hast du dich über jemanden geärgert? Wo und in welcher Situation hast du das Verhalten eines anderen missbilligt und gedacht: „Das geht doch nicht! Dem da müsste man doch... Der da müsste jemand mal...“ Der Doofie, der dir hier vor der Kirche den Parkplatz wegschnappte. Die Truse, die sich beim Bäcker vordrängelte. Der Kollege, der seine Arbeit nicht geregelt bekommt und dessen Kram auf deinem Schreibtisch bzw. deinen Schultern landet. Die Mitschülerin, die dich beim Lehrer verpfiffen hat. „Zur Konfirmation der Nachbarstochter haben wir aber `was in `ne Karte gesteckt, aber was kommt zurück, wo unser Enkel Konfi hat???“… Unverschämtheiten. Unverfrorenheiten. Unsensibles Verhalten. Lästern. Lügen. Vertrauensbrüche. Menschen verletzen uns sogar mit ihrer Art, sich in der Öffentlichkeit zu geben: Oder wann hast du dich das letzte Mal über öffentliches N...

Liebe Janina!

Ich weiß, du denkst, du müsstest alles richtig machen. Ich weiß, du hast Angst, alle Menschen, die dir etwas bedeuten, würden sich einfach irgendwann verdünnisieren und sang- und klanglos aus deinem Leben verschwinden.  Ich weiß, das fühlt sich für dich wahr an. Unumstößlich. Aber das ist es nicht. Das ist eine Lüge, der du geglaubt hast.  Glaub´ ihr nicht. Glaub´ ihr nicht mehr. Dazu besteht keine Notwendigkeit, auch wenn du dich dann schutzlos fühlst. In Wahrheit macht dich diese Lüge kaputt. Sie flüstert dir ein, dass es möglich und nötig sei, alles richtig zu machen und dass dir dann, aber auch nur dann, niemand mehr abhanden kommt.  Wenn du weiterhin glaubst, dass es nur an deinem Bemühen liegt, und du feststellst, dass Menschen trotzdem gehen, wirst du immer zwanhafter und strenger mit dir sein, dich selbst immer weniger lieben und immer mehr Bestätigung von außen brauchen.  Das ist ein wahrer Teufelskreis, der niemandem gut tut - nur schadet. Gott will, dass d...

Familiengeschichten

Ich komme   zur Hochzeit Ihrer Kinder, zum 80. Geburtstag der Mutter                                              und auch zum Begräbnis des Großvaters und schreibe Ihre Geschichten. In jedem Augenblick steckt Ewigkeit. Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft – alles eins, nur durch das getrennt, was wir Zeit nennen und in Jahre, Wochen, Tage, Stunden und Sekunden unterteilen, um uns ein Gefühl von Fassbarkeit zu vermitteln, wo es doch nichts zu fassen gibt. Familienfeste sind Ereignisse, an denen wir den Windhauch einer Ahnung davon spüren. Im Trubel zwischen geschäftigem Treiben in Küche und Esszimmer, Spiel der Kinder, Musik, Gesprächen zwischen den Stühlen und Plaudereien zwischen Sofakissen ahnen wir: wir sind verbunden. Wir wissen nicht, wodurch, wo Famili...

fensterln

genug im eigenen saft gekocht. genug über mich selbst geschrieben. jetzt sind andere dran. ich liebe die kalte jahreszeit. ich liebe auch den sommer, aber kalt bedeutet dunkel und dunkel bedeutet erleuchtete fenster. menschen machen licht und gewähren einblick. ein blick in ein fenster: IKEA-regale, ein altes küchenbuffet, teedosen neben ordnerweise wissen und büchern, eine halbleere flasche wodka, der rote papierstern pendelt unerleuchtet in der heizungsluft. es ist doch schon bald ostern. wer ist das? nichts leichter als das: ralf, 31, lehrer, nicht single, aber er lebt allein. die zeit der wilden studentenpartys sind vorbei, auch wenn er ihnen ab und zu noch nachtrauert. aber die anderen erobern die welt ja auch nur noch vom pult und schreibtisch aus. abends gönnt ralf sich ab und an nen kurzen. dann setzt er sich.  nichts leichter als das: tina, eigentlich bettina, aber die betty hat  sie, gott sei dank, schon ne weile hinter sich. und mit der...