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Verantwortung und Schuld

  Verantwortung ist etwas anderes als Schuld. Dennoch fangen viele - mich NICHT an letzter Stelle eingeschlossen - an, wie wild um sich zu schlagen, wenn man sie auf ihre Verantwortung für bestimmte Dinge in ihrem Leben anspricht.  Noch verworrener wird die Sache, wenn Menschen wie ich, die sich für das Glück und das Wohlbefinden der Menschen um sie herum auch noch verantwortlich fühlen, ihrer Wahrnehmung nach scheitern, diese Aufgabe nicht erfüllen, und das mit "schuldig werden" gleich setzen. Ziel verfehlt. Und trotzdem merke ich, dass mir meine Krankheit immer wieder deutlich zeigt: "Lass das bleiben!" Ich wünsche mir doch einen engeren Zusammenhalt in meiner Kernfamilie. Und manchmal frage ich mich, was mit meiner Familie würde, wenn ich nicht als Kleber fungieren würde. Ich will mich da nicht als Opfer sehen, fühle mich da aber auch nicht frei zu entscheiden. Was für Konsequenzen hätte das?  Gott, Du könntest das. Lieben ohne eine Gegenleistung zu ...

Liedpredigt zu "Nichts ohne Grund" von Gregor Meyle im impuls:-Gottesdienst 03.09.2016

Die Gnade unseres Gottes ist mit euch allen!   „ Wir haben 100 Leute gefragt..., welche Frage stellt sich wohl jeder Mensch (egal, wo er herkommt, egal welchen Bildungsstand er hat und egal wie arm oder reich er ist), mindestens 1x in seinem Leben?“ Was glaubt Ihr, käme bei so einer Umfrage auf die ersten 5 Plätze? Ihr habt nun 3min Zeit, 5 Fragen aufzuschreiben, von denen Ihr glaubt, dass sie bei so einer Umfrage ganz weit vorne landen würden. (Ich lese meine Fragen vor. Alle die etwas haben, das in diese Richtung geht, heben die Hand.) Warum passiert (mir) das (immer)? Hat das einen Sinn? Wer verdient es, glücklich zu sein? Wie lebe ich richtig? Wo komme ich her? Wo gehe ich hin? Singer-Songwriter sind ja weniger für ihre schmissigen und mitreißenden, weil so flachen Texte bekannt. Und Gregor Meyle scheint da ein guter Vertreter seiner Zunft zu sein. Er hat sich nämlich ausgerechnet eine dieser großen Lebensfragen geschnappt und sich mit diesem Lied an ...

Guten Tag, Frau MS! ICH HASSE SIE! --- gerade ...

Mein Herz kann sich nicht entscheiden zwischen Rasen und Stillstand. Ich will meine Fäuste ballen und gegen Wände hauen. Meine geliebte Kaffeetasse auf dem Boden zerschmettern. Scherben und Krach produzieren. Das ist besser als diese Traurigkeit. Mein Körper, aber noch mehr meine Psyche stimmen gerade ein jammervolles Klagelied an. Uha-uha-uhaaa... Aber ich will das nicht. Ich will da nicht mit einstimmen.  ICH WILL GESUND SEIN!!!  ICH BIN NICHT MEINE MS!!! Ich mache zur Zeit endlich fast täglich Yoga, trinke Grüne Smoothies, ernähre mich seit drei Jahren vegan und gehe sogar wieder laufen. Soft. Unter 30 Minuten, aber das ist ein Anfang. Alle Ärzte haben immer gesagt: "Frau Pfaffner, Sie müssen mehr Sport machen!" Meine Arbeit macht mir Spaß. Nur eine halbe Stelle. Das ist gut. Endlich habe ich einen Ort für mich gefunden, wo ich etwas mitgestalten will und kann. Und nun ... reicht meine Kraft für ... NIX! Immer wenn die Schlagzahl sich auch nur minimal erhöht, st...

Hey, Gott, Du Kackstiefel!

Predigt für den Buß- und Bettag der Evangelischen Jugend 18.11.2015 Hey, Gott, Du Kackstiefel! Was soll das eigentlich? Und wo führt das hin? Hat das alles einen Sinn? Ist da auch mal ein Ende in Sicht oder wird erstmal alles nur noch schlimmer? Wie viele Bomben sollen noch hochgehen, wie viele Menschen erschossen oder enthauptet werden? Wie viele Menschen kann, Europa – Deutschland – Hamburg noch aufnehmen, ohne dass … Ja, WAS ?!? Ohne dass ich meinen Gartenzwerg nur einen Zentimeter verrücken muss? Ohne dass mein Grundstück an Wert verliert oder unsere Klassen zu voll werden? Ohne dass der Islam einen geregelten Feiertag bekommt oder nicht nur Häuser brennen, sondern auch Menschen? Nein, ich halte Dich nicht für schuld an der ganzen Sch-EISSE, aber es gibt Dich doch, oder? Ich will glauben, dass es Dich gibt, dass es Dich interessiert, was hier passiert. Und dann ist es Dir doch nicht egal, dass ich manchen Tag am Rande stehe: am Rande meines Verstandes, w...

Don´t build your house on a sandy land

Wir wollen ja gar nicht bauen, aber wir sehnen uns danach Wurzeln zu schlagen. Ich sehne mich danach, Nachbarschaft und Gemeinschaft zu leben. Traditionen zu entwickeln und eines Tages sagen zu können: "Mit denen haben wir das schon vor 20 Jahren gemacht!" Darum schaue ich in letzter Zeit wohl immer häufiger nach Häusern. Aber gegen die vielen anderen, die sich bei dem günstigen Zinsniveau gerade genau das Gleiche denken, ist das in Hamburg für Menschen unseres Budgets fast ein Ding der Unmöglichkeit. Darum bleiben wir hier - in unserem Haus zur Miete - und konnten uns das eine niedliche Haus in unserer Nachbarschaft nicht einmal ansehen, da wir kein Angebot ÜBER dem verlangten Preis machen konnten wie andere. Aber wer weiß, wozu es gut war. Es wäre kein Leben in Gemeinschaft, wie wir uns das eigentlich so sehr wünschen. Es wäre kein Schritt näher an die potenziellen Großeltern unserer potenziellen Kinder heran. Darum ... Gut so. Aber dennoch. Wurzeln, die es noch nicht gibt...

Am Ende will ich geschrieben haben

Nun arbeite ich auf einer halben Stelle. Sie füllt mich aus und fordert mich überaus positiv. Das macht großen Spaß. Aber ich weiß, dass da diese andere Seite in mir ist, die auch gelebt werden will: Am Ende meines Lebens möchte ich geschrieben haben - Lebensgeschichten einfacher Menschen. Auch von Flüchtlingen, die sonst vielleicht nie eine Chance gehabt hätten, ihre Geschichte zu erzählen und öffentlich zu machen.  Blöderweise bin ich jetzt manchmal schon so müde, dass da nicht viel Kraft bleibt. Neben Hund und Haushalt, Ausbildung und Freunden.  Aber ich muss das hinkriegen. Ich weiß, dass ich sonst alt werde mit dem Gefühl, einem wichtigen Teil meinerselbst keinen Raum gewährt zu haben.

Man kann nicht davon leben, aber... - Artikel schreiben für die Evangelische Zeitung

Seit Herbst 2014 schreibe ich in unregelmäßigen Abständen für die Evangelische Zeitung. Die Entlohnung ist dürftig, aber es macht mich stolz, meine Texte gelayoutet und gedruckt zu sehen. :) Dies war mein zweiter Text, den ich im Februar über zwei äußerst beeindruckende Frauen verfassen durfte. BOYKOTT IST KEINE LÖSUNG Es sind Frauen, Frauen und immer wieder die Frauen. Menschen, die sich mit der Frage nach fairen Produktionsbedingungen in der Textilindustrie beschäftigen, sind häufig Frauen und die Schicksale von Frauen treiben sie an, das zu tun, was sie tun. Ihr Ehrenamt ist zeit- und arbeitsintensiv und nicht immer stellen sich sichtbare Erfolge ein. Aber ihre Herzen schlagen im Takt eines Feminismus, der noch weiß, woher er kam und warum er heute als global gelebte Nächstenliebe mehr geboten ist denn je. Warum sie sich für Kleidung einsetze, fragt Irmgard Busemann sich rethorisch selbst. Sie könne sich ja auch für eine faire Handyproduktion engagieren. Aber das ...