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Guten Tag, Frau MS! ICH HASSE SIE! --- gerade ...

Mein Herz kann sich nicht entscheiden zwischen Rasen und Stillstand. Ich will meine Fäuste ballen und gegen Wände hauen. Meine geliebte Kaffeetasse auf dem Boden zerschmettern. Scherben und Krach produzieren. Das ist besser als diese Traurigkeit. Mein Körper, aber noch mehr meine Psyche stimmen gerade ein jammervolles Klagelied an. Uha-uha-uhaaa... Aber ich will das nicht. Ich will da nicht mit einstimmen. 

ICH WILL GESUND SEIN!!! 
ICH BIN NICHT MEINE MS!!!

Ich mache zur Zeit endlich fast täglich Yoga, trinke Grüne Smoothies, ernähre mich seit drei Jahren vegan und gehe sogar wieder laufen. Soft. Unter 30 Minuten, aber das ist ein Anfang. Alle Ärzte haben immer gesagt: "Frau Pfaffner, Sie müssen mehr Sport machen!" Meine Arbeit macht mir Spaß. Nur eine halbe Stelle. Das ist gut. Endlich habe ich einen Ort für mich gefunden, wo ich etwas mitgestalten will und kann. Und nun ... reicht meine Kraft für ... NIX! Immer wenn die Schlagzahl sich auch nur minimal erhöht, steigt der Körper nach meiner Konzentrationsfähigkeit und meiner Psyche aus, winkt mir nach und sagt: "Renn du nur!" 

Ich wünsche mir, ein bisschen mehr so zu sein wie andere. So belastbar zu sein wie andere. Nicht immer aussteigen zu müssen. Und stattdessen habe ich das Gefühl, immer sonderbarer werden zu müssen, damit die MS Ruhe gibt. Muss ich wirklich Rohköstlerin werden, um meinem Körper so viel Gutes zuzuführen, wie er zum Gesundsein braucht? Es wird Weihnachten. Ich liebe es zu backen und zu kochen... Der Umstieg auf Vegan fiel mir nicht schwer. Aber noch ungewöhnlicher zu werden ... Keinen Alkohol mehr. Keinen (Industrie-)Zucker. Kein Getreide. Keine Hülsenfrüchte. Und, ach ja: KEINEN KAFFEE!

Vielleicht geht es genau darum, mir mein Anderssein zuzugestehen. Gnädig mit mir und meinen Bedürfnissen zu sein, die anders sind als die anderer. 

Vielleicht heiße ich darum so: JANINA. Das heißt:

GOTT IST GNÄDIG. Kannst Du mir das beibringen, Gott, bitte ...?




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