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Man kann nicht davon leben, aber... - Artikel schreiben für die Evangelische Zeitung

Seit Herbst 2014 schreibe ich in unregelmäßigen Abständen für die Evangelische Zeitung. Die Entlohnung ist dürftig, aber es macht mich stolz, meine Texte gelayoutet und gedruckt zu sehen. :) Dies war mein zweiter Text, den ich im Februar über zwei äußerst beeindruckende Frauen verfassen durfte. BOYKOTT IST KEINE LÖSUNG Es sind Frauen, Frauen und immer wieder die Frauen. Menschen, die sich mit der Frage nach fairen Produktionsbedingungen in der Textilindustrie beschäftigen, sind häufig Frauen und die Schicksale von Frauen treiben sie an, das zu tun, was sie tun. Ihr Ehrenamt ist zeit- und arbeitsintensiv und nicht immer stellen sich sichtbare Erfolge ein. Aber ihre Herzen schlagen im Takt eines Feminismus, der noch weiß, woher er kam und warum er heute als global gelebte Nächstenliebe mehr geboten ist denn je. Warum sie sich für Kleidung einsetze, fragt Irmgard Busemann sich rethorisch selbst. Sie könne sich ja auch für eine faire Handyproduktion engagieren. Aber das ...

"Seid barmherzig, wie euer Vater im Himmel barmerhzig ist!"

Predigt für Luke-Enno Keitz` Taufgottesdienst „ Barmherzig“ sollen wir sein! Na, klar! Kein Problem! Aber --- wie geht das eigentlich??? Das hat was mit Herz zu tun: Sollen wir immer einen roten Stift dabeihaben und überall Herzen draufmalen? Hm... Ich bin nicht überzeugt. Was heißt denn dieses „barm-“ davor? Früher konnten sich zwei Bettler treffen und sich gegenseitig fragen: „Na, heute schon gebarmt?“ Barmen hieß „Betteln“ bzw. „Jammern“. Wenn jemand also „barm-herzig“ ist, hat er ein jammerndes Herz. Ein Herz, dass bittet und bettelt. Wann habt Ihr das letzte Mal bei den Abendnachrichten geweint? - Na, ist schon etwas her? Gründe genug gäbe es ja... Wenn ich ehrlich bin, schalte ich in letzter Zeit nach einem anstrengenden Tag eher weiter, weil ich es manchmal nicht aushalte, weil ich sonst anfangen müsste zu weinen. Barmherzig sein heißt aber genau das: Unser Herz weich machen für andere Menschen. Stellt Euch vor: Der Normalzustand unser aller Herzen ist dieser >>...

Um- und Aufbrüche

Wir heiraten! Nächstes Jahr. Das ist so unfassbar schön, dass ich es nicht beschreiben kann. Wir trauen uns. Das ist kein dürftiges Wortspiel, sondern ganz ernst gemeint, denn wir haben beide gehörigen Respekt davor. Eigentlich merke ich dies auch jetzt wieder erst - jetzt. Immer habe ich vom Heiraten gefaselt und gequakt. Dann stimmt mein Liebster plötzlich ein ins Quaken und schenkt mir ein Besteck mit meinen Initialen, die ich erst hätte, wenn wir heirateten. Und mich - packte die Angst. Da hat der Beste mich mal wieder rechts überholt. Das kann er gut. :)  Es ist gerade so vieles los. So vieles ist im Umbruch, aber auch im Aufbruch. Mein Plan, Pastorin zu werden, ist begraben. Wer weiß, ob er eines Tages wieder aufersteht. Jetzt gehe ich einen anderen Weg: ich werde Diakonin. Ich hatte die Idee ja schon vor zwei Jahren, als es sich so ätzend in die Länge zog mit dem Studienplatz für Theologie und ich außerdem merkte, dass mir das Arbeiten bei der EJS so Spaß machte. Nun is...

Von Liebe und IKEA-Lieferungen

Ich habe am 14.06.2014 als mitwirkende Prädikantin meine Mutter und ihren Liebsten in der Simeonkirche in Löhne-Gohfeld trauen dürfen. :) Was für ein Privileg! Was für ein herrlicher Tag! Ich bin dafür so dankbar.  Predigt zur Trauung von Marita und Hubert Liebe Marita, lieber Hubert! Ich weiß, Ihr habt Euch schwergetan mit der Suche nach Eurem Trauspruch – oder nein, eher: Er stand einfach nicht besonders weit oben auf Eurer Wasnochallesbiszumvierzehntensechstenerledigtseinmuss-Liste. Aber mal ehrlich: Musste es denn nun dieser Spruch sein??? Zu einer Hochzeit will man doch was von Liebe hören! Und von Liebe ist hier ja mal nicht die Spur. Zumindest auf den ersten Blick. (Alles mit einem zwinkernden Auge!) „ Nehmt einander an, wie Christus uns angenommen hat zu Gottes Lob.“ Röm15,7 Ich bin mal einfach davon ausgegangen, dass Ihr nicht Bibelroulette gespielt habt, sondern Euch für Euren Vers wohlüberlegt entschieden habt. Also, ich gebe ihm eine Chance und...

"Du gehst jetzt sofort wieder raus und entschuldigst dich!"

In meinen 32 Jahren auf dieser Erde habe ich, soweit ich mich erinnern kann, keine fünf Backpfeifen verteilt. --- Meinen Bruder einmal ausgenommen. Ich befürchte, er hatte unter der zwei Jahre jüngeren Schwester doch mehr zu leiden, als mein Gehirn mir vorgaukeln will... :/ Aber die schallendste Ohrfeige von mir erhielt ein Nachbarsjunge in Miesbach am Tegernsee im Sommerurlaub. Ich habe seinen Namen vergessen. Vielleicht war es Peter. Peter war befreundet mit der Tochter des Hauses, in dem unsere Ferienwohnung lag. Mein Bruder war froh, dass auch ein Junge in seinem Alter zum Spielen da war und so verbrachten wir die meiste Zeit mit diesen Kindern. Leider konnte ich Peter nicht ausstehen. Peter war ein Klugscheißer und ein Macho. In seinen Augen konnten Mädchen sowieso nichts und kleine Mädchen, wie ich eines war, schon mal erst Recht nicht. Und irgendwann, als mir seine Sprücheklopperei die Hutschnur platzen ließ, stellte ich mich vor ihn hin und knallte ihm mit lautem Kl...

I don´t believe IN Jesus

Andacht für den Konvent am 07.05.2014 im Thomaszentrum Joh17,20-26                 Jesu hohepriesterliches Gebet 20  Ich bitte aber nicht nur für sie, sondern für alle, die durch ihre Worte von mir hören werden und an mich glauben. 21  Sie alle sollen eins sein, genauso wie du, Vater, mit mir eins bist. So wie du in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns fest miteinander verbunden sein. Dann wird die Welt glauben, dass du mich gesandt hast. 22  Deshalb habe ich ihnen auch die Herrlichkeit gegeben, die du mir anvertraut hast, damit sie die gleiche enge Gemeinschaft haben wie wir. 23  Ich bleibe in ihnen, und du bleibst in mir. Genau so sollen auch sie ganz eins sein. Und die Welt wird erkennen, dass du mich gesandt hast und dass du meine Jünger liebst, wie du mich liebst. 24  Vater, ich möchte, dass alle, ...

Ein Appell in Sachen Fußgesundheit

[slamstyle] Dass ausgerechnet ICH etwas in Sachen "Füße" von mir zu geben wage, ist nicht nur überraschend, sondern eigentlich unmöglich! Und das liegt an meinem Verhältnis zum Thema. Menschen, die mich kennen - und ich meine: wirklich kennen (!), denn damit ich mich in Gegenwart anderer mit Füßen befasse - sei es nun verbal oder gar haptisch - dafür, ja dafür muss man mich schon sehr gut kennen - nur Menschen also, die mich wirklich kennen, wissen, dass dieses Thema für mich nicht irgendwie irgendeine Untiefe darstellt, die es eloquent zu umschiffen gilt, und auch nicht so eine "Hoppala! Verfahren!"-Geschichte ist, sondern ... SONDERN es ist DER Riss im Raumanzug, das Bermudadreieck, der Hamburger Berg, wo es keine Hoffnung auf Entrinnen und keine Wiederkehr gibt. Und trotzdem: Es ist mir ein Anliegen. Eine missionarische Aufgabe! "LEUTE, GEBT ACHT AUF EURE FÜSSE!" Und das gleich in zweierlei Hinsicht und BEIDES ist existenziell wichtig für Euc...