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Um- und Aufbrüche

Wir heiraten! Nächstes Jahr. Das ist so unfassbar schön, dass ich es nicht beschreiben kann. Wir trauen uns. Das ist kein dürftiges Wortspiel, sondern ganz ernst gemeint, denn wir haben beide gehörigen Respekt davor. Eigentlich merke ich dies auch jetzt wieder erst - jetzt. Immer habe ich vom Heiraten gefaselt und gequakt. Dann stimmt mein Liebster plötzlich ein ins Quaken und schenkt mir ein Besteck mit meinen Initialen, die ich erst hätte, wenn wir heirateten. Und mich - packte die Angst. Da hat der Beste mich mal wieder rechts überholt. Das kann er gut. :) 

Es ist gerade so vieles los. So vieles ist im Umbruch, aber auch im Aufbruch. Mein Plan, Pastorin zu werden, ist begraben. Wer weiß, ob er eines Tages wieder aufersteht. Jetzt gehe ich einen anderen Weg: ich werde Diakonin. Ich hatte die Idee ja schon vor zwei Jahren, als es sich so ätzend in die Länge zog mit dem Studienplatz für Theologie und ich außerdem merkte, dass mir das Arbeiten bei der EJS so Spaß machte. Nun ist es mein konkretes Ziel, in den kommenden zwei Jahren Nazareth-Diakonin zu werden. Parallel fange ich schon an, in Cornelius für die EJS zu arbeiten. Am 01.09. geht es los und ich freue mich riesig!

Wir haben Geburtstag gefeiert, planen Sommercampingurlaub mit Dachzelt und hatten für einen Tag, die verrückt-schöne Idee, ein Haus hier auf der Insel zu kaufen. Eigentlich ist genug los. Auch ohne Hochzeitspläne. Aber irgendwie passen die schon dazwischen. Wichtig genug ist es - uns beiden. :)


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Zuviel ist zuviel

Ich bin krank. Aber nicht immer merke ich das selbst. Man geht rein ins Krankenhaus und kommt wieder raus und was einen krank macht, sind die Warterei und die Unsicherheit sowie das Cortison bzw. die Tatsache, dass der Körper nun schreit: "Aahh, jetzt soll ich DAS wieder selbst produzieren?!?" Doch nun tut die körpereigene Hormonproduktionsstelle wieder ordnungsgemäß ihren Dienst, ich realisiere: das Warten und die Unsicherheit haben ein Ende - und ich ertappe mich am Abend eines guten Tages bei der Hoffnung, diese Krankheit möge mich doch einfach vergessen. Die Hand kribbelt. Das ist ihr einziger Statthalter, der hier gerade die Stellung hält, so lange die anderen Symptome mal ein bisschen Urlaub machen. Ich habe mir Urlaub verordnet - vorgezogene Semsterferien. Und ich komme mir faul dabei vor und unehrlich. Und ich werde streng mit mir und mit anderen: "Ich bin ja gar nicht so krank, dass ich nicht zum Hebräischkurs könnte!" "Pack mich nicht in Watte!...

"Seid barmherzig, wie euer Vater im Himmel barmerhzig ist!"

Predigt für Luke-Enno Keitz` Taufgottesdienst „ Barmherzig“ sollen wir sein! Na, klar! Kein Problem! Aber --- wie geht das eigentlich??? Das hat was mit Herz zu tun: Sollen wir immer einen roten Stift dabeihaben und überall Herzen draufmalen? Hm... Ich bin nicht überzeugt. Was heißt denn dieses „barm-“ davor? Früher konnten sich zwei Bettler treffen und sich gegenseitig fragen: „Na, heute schon gebarmt?“ Barmen hieß „Betteln“ bzw. „Jammern“. Wenn jemand also „barm-herzig“ ist, hat er ein jammerndes Herz. Ein Herz, dass bittet und bettelt. Wann habt Ihr das letzte Mal bei den Abendnachrichten geweint? - Na, ist schon etwas her? Gründe genug gäbe es ja... Wenn ich ehrlich bin, schalte ich in letzter Zeit nach einem anstrengenden Tag eher weiter, weil ich es manchmal nicht aushalte, weil ich sonst anfangen müsste zu weinen. Barmherzig sein heißt aber genau das: Unser Herz weich machen für andere Menschen. Stellt Euch vor: Der Normalzustand unser aller Herzen ist dieser >>...

Schatzfinder

oder Wie ich lernte, eine tiefe Furche auf der Stirn zu tragen Es gibt Dinge, die kommen einfach nie aus der Mode. Sachen, die seit ihrer Erfindung nicht einfach von dem einen gemocht und vom anderen auch noch gewollt werden, sondern die, seitdem sie zum ersten Mal Verwendung fanden, so wenig aus dem menschlichen Leben wegzudenken sind, als gehörten sie zum Menschsein dazu wie der Gang auf zwei Beinen und die Fähigkeit sich wohl zu artikulieren. Wobei das ein oder andere, das einmal solchen Status genoss, solchen bereits wieder verloren zu haben scheint. Aber eines, dem wird dieses Schicksal erspart bleiben. So wahr ich... Mit dieser Wahrheit wurde ich konfrontiert, als ich an einem Tag im Juli, der es nach Maßstäben eines mitteleuropäischen Post-Eiszeitalters nicht zur Bezeichnung eines Sommertages brachte,einen Schatz fand. Das war kein Glück. - Missverstehen Sie mich nicht! Es war auch kein Pech. Es war … nichts. Es war nur einfach. Ich hatte weder gesucht, noch gehofft....