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Menschen verletzen

Die Menschen sind verletzt, wenn Du sie übersiehst. Und genauso verletzt zeigen sie sich, wenn Du es wagst, zu tief in ihr Leben zu blicken. Vielleicht ist es das gleiche Phänomen, wie wenn Du in der S-Bahn eine Mutter mit ihrem behinderten Kind siehst. Und Du selbst weißt nicht, was richtig ist: hinschauen, lächeln? - Oder gerade das nicht? Die Mutter wird vermutlich beim Einem wie beim Anderen sich durch Dein Verhalten verletzt fühlen. Dein Lächeln wird als Mitleid aufgefasst. Dein Nicht-Hinschauen als Ignoranz. Wie Du´s machst, Du kannst es nicht richig machen, wenn Dein Gegenüber nicht offen ist für die Möglichkeit, dass Freundlichkeit sich dahinter verbirgt. Und was ist die Konsequenz? - Schau lieber weg! Lächele nicht! Grüß keinen Fremden! Misch Dich nicht ein! Hilf dem hingefallenen Kind nicht auf! Oder willst Du etwa, dass man Dich für einen mitleidheischenden, naiven Misanthropen hält, der keine Privatsphäre kennt und auf kleine Kinder steht? - Es fällt mir schwer, das...

Neben mir

"Excuse me, but can I be you for a while? My dog won´t bite, if you sit real still!" (Tori Amos) Samstag, 18.05.2013   Ich stehe heute Morgen neben mir. Habe gar nicht wirklich schlecht geschlafen. Dennoch bin ich nicht erholt aufgewacht. Das ist selten und daher seltsam. Mich beschleicht ein Gefühl von: „Ich stünde heute gern ein bisschen neben mir. Dann könnte ich mir entspannt ein wenig über die Schulter schauen, mir gelegentlich auf diese tippen und mir zuflüstern: „Alles ist gut!“ Oder mir ab und an eine wärmende Hand ins Kreuz legen und sehen, wie mein anderes Ich sich genießend aufrichtet und sich über diese Unterstützung freut. Oder einfach nur zuschauen. Sehen und geschehen lassen. Was ist nur los? Brauche ich Urlaub von mir selbst? - Ja, ich bin gerade ziemlich sensibel, weine, brauche Aufmerksamkeit und Unterstützung. Aber ist das ein Grund für Ichbrauchmalabstandvonmirselbst-Gedanken? - Mir scheint, weder meine Überempfindlichkeit noch das übergroß scheinen...

Die Schuld des Vaters

http://www.ardmediathek.de/wdr-fernsehen/menschen-hautnah/menschen-hautnah-wir-kriegskinder?documentId=14759194 WICHTIG: Der "Vater" ist im Folgenden nur aus der Losung zitierter Platzhalter für alle Vorfahren. Und auch das "Ich" steht für jeden, der sich angesprochen fühlt. Dies ist KEINE Ab- oder Aufrechnung! - Ganz im Gegenteil! :) Losung für den 15.04.2013 "Wer meine Gebote hält und nach meinen Gesetzen lebt, der soll nicht sterben um der Schuld seines Vaters willen." (Hesekiel 18,17) Gibt es das? Schuld, um derentwillen ich sterbe? - "Ich brauche niemanden!" "Du willst mich fertigmachen? - Sollst mal sehen!" - Wer ist nicht schon weggelaufen oder hat sich im Streit abgewendet und versteckt? Wie häufig fällt es schwer, den anderen (auch Gott) in meiner mich schützenden Festung zu dulden! Ich fühle mich nackt und alle Wunden und Narben liegen offen. So verstehe ich Schuld und in ihrer Konsequenz auch Sterben und...

´schulligung

Mein Körper redet. Mittlerweile ist es keine Fremdsprache mehr. Ich verstehe ihn. Er sagt mir klar und unmissverständlich: DAS IST ZUVIEL!  Das ist gut. Leider merkt er das manchmal erst recht kurzfristig. Blöd, Menschen hängen zu lassen, den Besten zu sagen: "ICH schaff´ das nicht, wenn Du das willst, musst DU das machen!" Das gibt Ärger und Frust auf der gegenüberliegenden Seite und ich will (am liebsten) mich (selbst) entschuldigen - und stutze: Entschuldigen? Wofür? Oder besser: Wovon? Von meinem Gefühl, dass ich das nicht schaffe? Von meinem Bedürfnis nach Ruhe? Von der Tatsache, dass das, was ich brauche, den Bedürfnissen meines Gegenübers entgegenläuft? Ja. Die kleine Janina sagt, schreit geradezu: "Ja, mach das weg! Mach das heile! Mach, dass der andere nicht mehr böse auf mich ist!" Und dem Gegenüber gilt ihr verzweifeltes: "Vergib mir! Vergib mir! Vergib mir! ... dass ich anderes brauche als Du!" Aber die kleine Janina ist ga...

MS aus guten Gründen

 „Ich suche meine eigenen Füße. Es sind die einzigen, die ich habe.“ (Jürgen Fliege in einem Fernsehinterview zu Sonja Wierks) Mein Körper will mich bewahren vor zu großen Belastungen. Schöne Vorstellung. Wie ein Kind im Cowboykostüm, das sich, nachdem es gehört hat, dass Mamas Sorgen überhand nehmen, schützend vor sie stellt und ruft: „Da müssen die erst an mir vorbei!“ Da fällt es mir leichter, mich selbst in die Arme zu schließen, mich lächelnd sanft hin und her zu wiegen und anerkennend zu sagen: „Das ist aber tapfer von Dir!“ Und das ist es. Aber nicht mehr notwendig. Ich trete regelmäßig in Kontakt mit meinem Körper. Ich erinnere mich an ihn. Ich denke an ihn – ohne von ihm zu wollen. Kein: „Ich will, dass Du willst!“ Interessanterweise erinnert mich das an Chuck Spezzanos Beziehungsratschläge: Ich schaue Dich an, betrachte Dich, erlebe Dich in Deinem Element und genieße das. Das ist anziehender als alles Wollen und Erwarten. Und dann fließt es. „Du bist Dein eigenes Kin...

Mir ist elend...

... oder: Warum Geschichten mit Happy End so wichtig sind "Meine Seele soll sich rühmen des HERRN, dass es die Elenden hören und sich freuen." Psalm 34,3 Es fällt mir zur Zeit schwerer als sonst, dankbar für mein Leben zu sein. Ich fühle mich oft ratlos. Hilflos nicht. Da sind ganz viele, die für mich da sind. Aber ich muss die Hilfe schon annehmen. Und das ist mir nach wie vor unangenehm. Weine viel. Komme mir dann noch schwächer vor. Das Gegenteil von dem, was ich sein möchte. "Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig." Ja, ich weiß, Schwäche eingestehen zu können, zeugt von Stärke. Das hab ich schon so oft gedacht, dass es abgedroschen klingt. Ich bin gerade nicht in der Lage, diesen Psalm für die Elenden zu singen. Aber vielleicht ist es ja genau das: Da singt jemand seine Erlebnisse mit Gott! ICH darf es hören und Freude kehrt in mein Herz. Kein moralisierendes: "Sieh zu, dass DU den Elenden was vortirilierst!" Sondern ein: "Höre, J...

Gen22 - Isaaks Bindung - Gott fordert den versprochenen Sohn?!?

Eine Andacht für Kinder und andere Ein Vater, der sein Kind töten will? Ein Gott, der das auch noch verlangt? Wenn uns schlimme Dinge passieren, wenn wir krank werden oder jemand aus unserer Familie, wenn Papa oder Mama ihre Arbeit verlieren und darüber ganz traurig werden, wenn Du Dich ganz furchtbar mit Deinem besten Freund/Deiner besten Freundin streitest, dann können sich solche Tage ganz dunkel anfühlen. Und dann denken wir häufig: „Warum passiert das alles? Warum prüft mich Gott? Warum verlangt Gott so ein großes Opfer?“ Ich glaube nicht, dass Gott Opfer von uns verlangt oder testen will, ob wir auch ordentlich und stark genug glauben!!! Aber manchmal fühlt es sich einfach so an... Vielleicht war das für Abraham und Sarah auch so. Isaak, der versprochene Sohn ist endlich geboren! Das war ja schon ein Wunder. Nun ist er acht. Das war zu der Zeit damals schon fast erwachsen! Und nun geschieht etwas, das sich so anfühlt, als ob Gott ausgerechnet diesen Sohn zurückfordert: Viel...