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MS aus guten Gründen

 „Ich suche meine eigenen Füße. Es sind die einzigen, die ich habe.“ (Jürgen Fliege in einem Fernsehinterview zu Sonja Wierks)

Mein Körper will mich bewahren vor zu großen Belastungen. Schöne Vorstellung. Wie ein Kind im Cowboykostüm, das sich, nachdem es gehört hat, dass Mamas Sorgen überhand nehmen, schützend vor sie stellt und ruft: „Da müssen die erst an mir vorbei!“ Da fällt es mir leichter, mich selbst in die Arme zu schließen, mich lächelnd sanft hin und her zu wiegen und anerkennend zu sagen: „Das ist aber tapfer von Dir!“ Und das ist es. Aber nicht mehr notwendig. Ich trete regelmäßig in Kontakt mit meinem Körper. Ich erinnere mich an ihn. Ich denke an ihn – ohne von ihm zu wollen. Kein: „Ich will, dass Du willst!“ Interessanterweise erinnert mich das an Chuck Spezzanos Beziehungsratschläge: Ich schaue Dich an, betrachte Dich, erlebe Dich in Deinem Element und genieße das. Das ist anziehender als alles Wollen und Erwarten. Und dann fließt es. „Du bist Dein eigenes Kind.“ Ja, das höre ich nicht zum ersten Mal. „Schließe Dein inneres Kind in die Arme! Umarme es und hilf ihm erwachsen zu werden!“ Gute Ratschläge, aber erst heute – habe ich das Gefühl – verstehe ich. Dieses Kind ist nicht einmal irgendwo tief in mir vergraben, sondern in meiner Krankheit hat es sich an meine Oberfläche gebuddelt. Es will reden. Es will Anerkennung. Und das ist gar nicht so übel. Mein Körper ist mein inneres Kind. Wenn er wehtut, tut dem Kind etwas weh. Wenn ich ihn zu Wort kommen lasse, gebe ich dem Kind den Raum, den es braucht. Ich möchte ihm zuhören. Dann muss mein Körper irgendwann nicht mehr schreien.

„Wenn du weißt, was du tust,
kannst du tun, was du willst!“ (Moshe Feldenkrais)

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