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Was ich (er-)warte!!!

Ich warte auf den Postboten. Wie kurios, wenn es keinen gäbe und ich trotzdem wartete. 

Ich warte auf Anrufe, wenn sich jemand, der mir wichtig ist, lange nicht gemeldet hat. Ich warte auf ein lobendes Wort, wenn ich das Gefühl habe, etwas gut gemacht zu haben. Ich warte auf Kritik, wenn ich weiß, dass etwas, das ich getan oder gelassen habe, jemanden verletzt hat oder doch haben muss, oder?

Wie kurios, wenn mein Gegenüber nicht mal den Hauch einer Ahnung von meinem Warten oder auch nur meinen Bedürfnissen hätte. Der Postbote kommt ja nicht deshalb nicht, weil er streikt oder krank ist oder einfach so mal keine Lust hat, die Post auszutragen. Es gibt ihn nicht. In diesem Land gibt es keinen Menschen, der die Post von Haus zu Haus bringt. Vielleicht weil es bisher nie notwendig war, weil niemand in diesem Land Post bekam. Oder weil sich jeder seine Post selbst am Postschiff abholt. Und doch warte ich und warte und warte.

Und das Warten tötet mir erst meine fröhliche, zappelig machende Neugier. Und wenn sie erst daniederliegt, ist der Weg nicht mehr weit, zu gefräßigem Hass auf alle Postboten dieser Welt.

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