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Projekt FAMILIE


Ich habe einen Plan: „Projekt FAMILIE“! - Nein, ich bin nicht schwanger und habe auch nicht vor, es in absehbarer Zeit zu werden! :D
Es ist (m)ein Lebensplan mit dem Untertitel: „Ich beweise allen, dass es geht!“ - Angefangen bei mir selbst.
Es ist ein Glaube, der Bestätigung sucht. Wenn es sich dabei, um eine Dimension meines religiösen Glaubens handelte, hätte ich schon längst angefangen, (mir selbst) etwas davon zu erzählen, dass Glaube ein Sich-Fallen-Lassen in die mensch-seins-bedingte Unsicherheit und eben KEIN (Fast-)Wissen durch Beweisen ist. Aber hier geht es (zumindest auf den ersten Blick) nicht um Gott, Christus und das Leben nach dem Tod. Es ist mein Glaube daran, dass Menschen füreinander da sein können. Bedingungslos. Durch Hoch und Tief. Ich glaube an diese Liebesbasis (ein Sprungtuch, über das hinaus ich nicht fallen kann) und will mir selbst beweisen, dass es sie gibt.
Chorlotte Roche hat in einem Interview zu ihrem zweiten (natürlich nicht autobiografischen:) ) Buch gesagt: „Scheidungskinder wünschen sich nichts so sehr wie eine funktionierende Beziehung, die hält – für immer, aber haben keine Ahnung, wie das gehen soll.“
Und sie hat Recht! Sie hat ja so Recht!
Mein Plan: „Ich finde heraus, was das Geheimnis einer Beziehung ist, die überdauert, die hält, die bleibt.“
Meine Eltern trennten sich, als ich drei war und ich brauchte auch meinen Vater, egal was meine Mutter sagte. Er fehlte einfach. Ich – so klein ich war – habe mir geschworen: „Das passiert mir nicht noch einmal!“ Seitdem experimentiere ich herum. Anpassung schien und scheint mir manchmal noch die beste Methode zu sein. Nach der Devise: „Jedem das, was er/ sie braucht, um sich bestätigt und gut zu fühlen!“
Und mein Ex-Mann und ich? - Das war DAS Großprojekt in meinem Experimentierkasten. Weniger um ihn an die Kandarre zu nehmen, sondern vielmehr MICH, wurde geheiratet. Ich hielt mich für zu schwach, um in Schwierigkeiten zu bleiben, wenn ich nicht SO gebunden bin. Ich wusste nie, wie ich mit einem Seitensprung umgehen würde. Ich wusste/ ahnte/ dachte aber, das würde das Experiment augenblicklich scheitern lassen und ich wollte, dass die filigrane Apparatur nicht unnötig ins Wanken gerriet. Klirrt sie ja sowieso bei jeder noch so kleinen Erschütterung. Darum klärte ich den Umgang mit so etwas lieber im Vorhinein. Als ob das ginge.
Ich habe mir einen Helfer gesucht, einen Assistenten, der für den reibungslosen Ablauf des Experiments und die Sicherheit des zerbrechlichen Aufbaus zuständig ist. Der ist äußerst genau, ein echter Pedant, hat überall seine feinen Antennen, huscht hierhin und dorthin und versucht, überall gleichzeitig zu sein. Er ist chronisch überarbeitet, aber er macht seinen Job wirklich gut!
In der Zeit vor der Trennung 2009 bebte der Boden im Labor. Nur zu oft, weil ich vor Verzweiflung nicht wusste, wohin mit meiner Energie. Aber nicht nur deswegen. Es rumpelte und bebte, die feinen Gerätschaften klirrten aneinander und wankten bedenklich. Der kleine Kerl von Assistent kam zwar ziemlich ins Schwitzen, aber er gab mir immer wieder das Signal: „Hält noch!“ Und dann sagte mein Mann: „Aus. Stopp. Ich kann nicht mehr.“ Für mich war das gleichbedeutend mit: „Experiment gescheitert!“, nur dass der, von dem dieses Stopp-Signal kam, natürlich nicht wusste von dem Plan, dem Aufbau, dem fleißigen Assistenten...
Und heute? Ich bin glücklich, wenn ich in der Trubeligkeit großer (,heiler) Familien untertauchen kann. Jeder darf soviel (sich ein-)geben, wie er/ sie kann und mag. Und ich denke die ganze Zeit: „Ich will das auch!“ Und ich freue mich, zu spüren, wie da auch bei mir und in meiner Familie Strukturen, die seit Jahrzehnten in Beton gegossen zu sein schienen, aufweichen und Platz machen für Neues.
Und der kleine Kerl? - Der hat sich seinen Ruhestand redlich verdient, aber manchmal kommt er, wie ein emeritierter Professor noch einmal ins Labor geschlurft und gibt seine Kommentare zu Apparaturen, die längst nicht mehr seine sind und zu Reparaturen, die unter seiner Aufsicht natürlich niemals nötig gewesen wären. Mich beruhigt, dass sogar ich reparieren kann, wenn mal einer der Glaskolben zerbricht. 
Experiment LÄUFT! :)

Kommentare

  1. Mein Plan ist ähnlich, "ich bin nicht dazu da allein durchs Leben zu gehen". Ich bin überzeugt davon, dass ich eine gute Partnerin bin, mein Leben ist allerdings leider nicht davon überzeugt.
    Jahre ohne Partnerschaft liegen hinter mir, machen mich momentan von Tag zu Tag trauriger, verzweifelter, lassen mich am Leben zweifeln.
    Job und Freunde sind da, aber der Platz an meiner Seite leider leer, ich habe Wünsche, Bedürfnisse, Träume, Triebe,...
    Momentan habe ich einige Bekanntschaften über das Internet, es tut gut Kontakt mit Männern aufzunehmen, denen es ähnlich geht und doch ist es nicht ganz das "real life", wir üben vielleicht und sprechen auch über echte Treffen, mit oder ohne Gefühl. Ein seltsamer Weg, aber immerhin ein Weg...

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