Direkt zum Hauptbereich

Autoimmun

Da feiert etwas Party in mir und ich bin nicht nur nicht eingeladen, sondern nur Location und der Gastgeber, der die Zeche zahlt.

Eigentlich sollte ich heute in Bad Salzuflen sein und die Erinnerungen von Gästen an ihre 70jährige Gastgeberin aufschreiben. Wie gerne wäre ich jetzt da. Ich tu´ so etwas so gerne. Aber es geht gerade nicht. 

Seit letzter Woche steht eine mögliche Diagnose im Raum: Multiple Sklerose. Der Körper bekämpft sich selbst. Bei MS sind es die Nervenbahnen, die die volle Schlagkraft des Körpers zu spüren bekommen. Und ich BIN stark, war immer stolz darauf. Jetzt macht gerade diese Stärke mich schwach.

Ich frage nicht nach dem Warum. Wohl aber: "Warum jetzt? Warum ausgerechnet jetzt, wo ich endlich auf dem Weg bin MEINEN Weg zu gehen, nicht den irgendwelcher anderen?!?" 

Ich weiß, diese körpereigene Infanterie meint es gut und tut mit meinen Nerven nichts anderes als ich, wenn ich mir selbst nicht über den Weg traue, mir alles Schlechte zutraue und überall ahne, dass ich alles Schöne um mich herum kaputt machen würde. Aber ich bin doch gerade dabei, das zu lernen! Warum also gerade jetzt?

Gott macht es mir vor. Er vertraut mir. Er liebt mich. Er glaubt an mich. Er schenkt mir Engel an meine Seite, die es mir immer wieder sagen: "Janina, Du machst nicht alles kaputt! Du bist wunderbar!" Es fiel mir schon immer leichter anderen zu vertrauen, als mir selbst.

Dann tu´ ich das, so lange mir das andere noch nicht selbst gelingt und vertraue Gott und meinen Lieben, dass es stimmt, was sie über mich denken und zu mir sagen, denn

"Gesegnet ist der Mensch, der sich auf Gott verlässt und dessen Zuversicht Gott ist." (Jer17,7)

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Leben, das gelingt

  Das wünsche ich mir:   Leben, das gelingt, in dem ich nicht permanent weniger schaffe, als ich mir vornehme.  Ich habe einen Job, den ich vermutlich behalten könnte, bis ich alt und grau wäre. Was für ein Privileg heutzutage! Aber ich schaffe es nicht. Ich pack´s nicht. Ich habe das Gefühl, ständig absagen zu müssen. Familie. Freunden. Jugendlichen bei der Arbeit. Kollegen. Arbeitgebern. Früher habe ich mir etwas auf meine Zuverlässigkeit eingebildet, hatte die arrogante Vorstellung, nur wer verbindlich durchzieht, was er/sie zugesagt hat, sei ein guter Mensch. Mich schüttelt es, wenn ich mir heute vorstelle, auf Basis dieser Weltanschauung Streitgespräche geführt zu haben. Irgendwie ist es gut, dass das Leben mich auf diese Weise jetzt fragt, ob ich das immer noch so denke oder jemals ernst gemeint haben könne.  Hat das also was mit gerechter Strafe zu tun? (Ich hab´s wohl so verdient...)  Oder einfach mit dem, was meine Seele lernen will? >...

Liedpredigt zu "Nichts ohne Grund" von Gregor Meyle im impuls:-Gottesdienst 03.09.2016

Die Gnade unseres Gottes ist mit euch allen!   „ Wir haben 100 Leute gefragt..., welche Frage stellt sich wohl jeder Mensch (egal, wo er herkommt, egal welchen Bildungsstand er hat und egal wie arm oder reich er ist), mindestens 1x in seinem Leben?“ Was glaubt Ihr, käme bei so einer Umfrage auf die ersten 5 Plätze? Ihr habt nun 3min Zeit, 5 Fragen aufzuschreiben, von denen Ihr glaubt, dass sie bei so einer Umfrage ganz weit vorne landen würden. (Ich lese meine Fragen vor. Alle die etwas haben, das in diese Richtung geht, heben die Hand.) Warum passiert (mir) das (immer)? Hat das einen Sinn? Wer verdient es, glücklich zu sein? Wie lebe ich richtig? Wo komme ich her? Wo gehe ich hin? Singer-Songwriter sind ja weniger für ihre schmissigen und mitreißenden, weil so flachen Texte bekannt. Und Gregor Meyle scheint da ein guter Vertreter seiner Zunft zu sein. Er hat sich nämlich ausgerechnet eine dieser großen Lebensfragen geschnappt und sich mit diesem Lied an ...

Verantwortung und Schuld

  Verantwortung ist etwas anderes als Schuld. Dennoch fangen viele - mich NICHT an letzter Stelle eingeschlossen - an, wie wild um sich zu schlagen, wenn man sie auf ihre Verantwortung für bestimmte Dinge in ihrem Leben anspricht.  Noch verworrener wird die Sache, wenn Menschen wie ich, die sich für das Glück und das Wohlbefinden der Menschen um sie herum auch noch verantwortlich fühlen, ihrer Wahrnehmung nach scheitern, diese Aufgabe nicht erfüllen, und das mit "schuldig werden" gleich setzen. Ziel verfehlt. Und trotzdem merke ich, dass mir meine Krankheit immer wieder deutlich zeigt: "Lass das bleiben!" Ich wünsche mir doch einen engeren Zusammenhalt in meiner Kernfamilie. Und manchmal frage ich mich, was mit meiner Familie würde, wenn ich nicht als Kleber fungieren würde. Ich will mich da nicht als Opfer sehen, fühle mich da aber auch nicht frei zu entscheiden. Was für Konsequenzen hätte das?  Gott, Du könntest das. Lieben ohne eine Gegenleistung zu ...